Reisen-intensiv-seminar

Das nächste 1-Wochen-Intensiv-Seminar ist für das Jahr 2017 vorgesehen. Wohl in einem alten norddeutschen Kloster im August. Wir arbeiten täglich von 09:30-13:00 Uhr und 15:00 - 18:00 Uhr.an einem klassischen Text. Es werden Protokolle geschrieben. Abends geselliges Zusammensein (keine Pflicht). Teilnahme nur nach persönlichem Vorgespräch.

 

Genaue Ausschreibung folgt..

Unsere Tagungsstätte in der Toscana:

Wann geht es endlich los?..

Ein Gespräch in Ehren kann niemand verwehren.

Essen hält Leib und Seele zusammen.

Im Benediktinerkloster auf der Insel San Giorgio gegenüber dem San Marco Platz Venedig.

Der Blick auf San Marco.

"Unser" Wandelgang...

DSDS - "Der Stachel des Sokrates"

Kooperation für radikales, experimentelles, exploratives, tentatives, offensives und authentisches Philosophieren.

Hierbei handelt es sich um ein "privatissimae"-Seminar. D.h. Teilnahme nur auf persönliche Einladung!

 

 

 

Platon Apologie 30a – 31a

 

…,solange ich noch atme und es vermag, werde ich nicht aufhören, nach Weisheit zu suchen und euch zu ermahnen und zurechtzuweisen, wen von euch ich antreffe, mit meinen gewohnten Reden, wie: Bester Mann, als ein Athener aus der größten und für Weisheit und Macht berühmtesten Stadt, schämst du dich nicht, für Geld zwar zu sorgen, wie du dessen aufs meiste erlangest, und für Ruhm und Ehre; [e] für Einsicht aber und Wahrheit und für deine Seele, dass sie sich aufs beste befinde, sorgst du nicht, und hierauf willst du nicht denken? Und wenn jemand unter euch dies leugnet und behauptet, er denke wohl darauf, werde ich ihn nicht gleich loslassen und fortgehen, sondern ihn fragen und prüfen und ausforschen. Und wenn mich dünkt, er besitze keine Tugend, behaupte es aber, so werde ich es ihm verweisen, dass er das Wichtigste geringer achtet und das Schlechtere höher. [30a]

 

 

Denn wenn ihr mich hinrichtet, werdet ihr nicht leicht einen andern solchen finden, der ordentlich, sollte es auch lächerlich gesagt scheinen, von dem Gotte der Stadt beigegeben ist, wie einem großen und edlen Rosse, das aber eben seiner Größe wegen sich zur Trägheit neigt und der Anreizung durch den Stachel/Sporn [„Stechmücke“] bedarf, wie mich der Gott dem Staate als einen solchen zugelegt zu haben scheint, der ich auch euch einzeln anzuregen, zu überreden und zu verweisen den ganzen Tag nicht aufhöre, [31a] überall euch anliegend.

 

 

 

 

 

Menon 80a f.

 

Menon: o Sokrates, ich habe schon gehört, ehe ich noch mit dir (80 a) zusammengekommen bin, daß du allemal nichts als selbst in Verwirrung bist und auch andere in Verwirrung bringst. Auch jetzt kommt mir vor, daß du mich bezauberst und mir etwas antust und mich offenbar besprichst, daß ich voll Verwirrung geworden bin, und du dünkst mich vollkommen, wenn ich auch etwas scherzen darf, in der Gestalt und auch sonst, jenem breiten Seefisch, dem Zitterrochen, zu gleichen. Denn auch dieser macht jeden, der ihm nahekommt und ihn berührt, erstarren. Und so, dünkt mich, hast auch du mir jetzt etwas Ähnliches angetan, daß ich erstarre. Denn in der Tat, an Seele (b) und Leib bin ich erstarrt und weiß dir nichts zu antworten; wiewohl ich schon tausendmal über die Tugend gar vielerlei Reden gehalten habe vor vielen, und sehr gut, wie mich dünkt. Jetzt aber weiß ich nicht einmal, was sie überhaupt ist, zu sagen. Daher dünkt es mich weißlich gehandelt, daß du von hier mit fortreist, weder zur See noch sonst. Denn wenn du anderwärts dergleichen als Fremder tätest: so würde man dich vielleicht als einen Zauberer abführen.

 

 

Sokrates: Schlau bist du, Menon, und hättest mich beinahe überlistet.

 

Menon: Wieso, Sokrates?

 

(c) Sokrates: Ich weiß wohl, weshalb du mich so abgebildet hast.

 

Menon: Weshalb meinst du denn?

 

Sokrates: Damit ich dich wieder abbilden möchte. Ich weiß das von allen Schönen, daß sie gern mögen abgebildet werden. Denn es gereicht ihnen zum Ruhme, weil auch die Bilder der Schönen, meine ich, schön sind. Aber ich werde dich nicht wieder abbilden. Ist nun dein Zitterrochen selbst auch erstarrt, wenn er andere erstarren macht, dann gleiche ich ihm; wenn aber nicht, dann nicht.Denn keineswegs bin ich etwa selbst in Ordnung, wenn ich die andern in Verwirrung bringe; sondern auf alle Weise bin ich selbst auch in Verwirrung und ziehe nur sodie andern (d) mit hinein. So auch jetzt, was die Tugend ist, weiß ich keineswegs; du aber hast es vielleicht vorher gewußt, ehe du mich berührtest, jetzt indes bist du einem Nichtwissenden ganz ähnlich. Dennoch will ich mit dir erwägen und untersuchen, was sie wohl ist.

 

 

 

 

 

Symposion 218

 

Auch geht es wie denen von der Natter gebissenen gerade auch mir. Denn man sagt ja, wem dies begegnet sei, der wolle es niemanden sagen wie ihm gewesen als den ebenfalls gebissenen, weil diese allein verstehen und verzeihen könnten, was einer auch alles (218) getan und geredet hat vor Schmerz. Also auch ich der ich noch empfindlicher gebissen bin, und am empfindlichsten Ort wo nur einer kann gebissen werden, denn am Herzen oder an der Seele oder wie man es nennen soll bin ich verwundet von den Reden der Weisheit, die sich an eine junge nicht unedle Seele, wenn sie sie einmal ergriffen, heftiger als eine Natter ansaugen und sie in Wort und Tat zu allem bringen können.

Para mí sólo recorrer los caminos que tienen corazón, cualquier camino que tenga corazón. Por ahí yo recorro, y la única prueba que vale es atravesar todo su largo. Y por ahí yo recorro mirando, mirando, sin aliento."

 

-Juan Matus