Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nurtingen-Geislingen

Öffentliche Nachmittagsreihe:

Einführung in die Philosophie - Zur Philosophie der Renaissance und des Humanismus

 

 

Mittwochs, 31. Mai, 14. Juni und 28. Juni 2017

15:45 – 18:45 Uhr

HfWU Standort Nürtingen

 

Öffentliche Nachmittagsreihe: Einführung in die Religionsphilosophie

 

Mittwochs, 26. April, 10. und 24. Mai 2017

15:45 – 18:45 Uhr

HfWU Standort Geislingen

 

Für das, was ein religiöser Mensch glaubt, können keine wissenschaftlich objektiven Beweise vorgelegt werden. Zugleich äußert sich Religiosität in einer bestimmten Lebenspraxis, die durch spezifische religiöse Gebote geprägt ist. Philosophie nun versteht sich als rein vernünftige und kritische Reflexion, die sich keiner anderen – auch keiner religiösen – Autorität unterwirft. Wie nun kann von daher das Phänomen der weltweit verbreiteten Religiosität als solches erklärt werden und wie steht es mit der Vernünftigkeit der religiösen Glaubensinhalte und Gebote? Und nicht zuletzt: Ergeben sich aus dieser philosophisch-"weltlichen" Sicht Gründe für ein Toleranzgebot unterschiedlicher Religionen?

 

1. Seminar: „Pascals „Wette“ und Humes „Naturgeschichte“ der Religion

Pascal bietet ein vernünftiges Argument an, gläubig zu leben, auch und gerade, wenn für einen Glauben an einen Gott bzw. eine „höhere Macht“ keine zwingenden Beweise vorgelegt werden können. – David Hume erklärt psychologisch, wie Menschen zur Religiosität fanden und wie sich das Dilemma monotheistischer und pluralistischer Religionen entwickelt hat. Außerdem plädiert er angesichts mangelnder objektiver Beweisgründe für einzelne Dogmen indirekt für eine vernünftige Toleranz unterschiedlicher Glaubenssysteme.

 

2. Seminar: Kants „Religionsverständnis“

Nachdem er überzeugend dargetan hat, dass Gottes Existenz nicht bewiesen werden kann – und deshalb auch dessen Nicht-Existenz nicht bewiesen werden kann – sieht er deswegen eine vernünftige Möglichkeit an Gott zu glauben. Doch dieser Glaube muss sich in die Grenzen der Vernünftigkeit einordnen. Wie sieht das genauer aus?

 

3. Seminar: Zen-Buddhismus im religiösen Verständnis

Im Zen-Buddhismus gibt es keinen „persönlichen Gott“. Gleichwohl kann Zen, als „re-ligare“, als Rückbindung des Menschen an den „allgemeinen Urgrund“ verstanden werden. Wir werden dies anhand einer philosophischen Interpretation der Geschichte vom „Ochs und seinem Hirten“ nachvollziehen. Außerdem soll die Sicht eines führenden zen-buddhistischen Philosophen auf die abendländische Philosophiegeschichte die religiöse Tiefendimension derselben erläutern.

 

Seminarleitung: M.A. Anton Schmitt, Philosoph

Anton Schmitt steht seit fast 40 Jahren in Diensten der Philosophie.

Nach einem Studium bei den Jesuiten in München wechselte er zur Uni Bonn, wo er sich vor allem mit Kant und Hegel beschäftigte. Seit 1991 ist er u. a. an der FernUniversität in Hagen, aber auch Dozent im Bereich von Erwachsenenbildungseinrichtungen tätig. Er legt besonders Wert auf Verständlichkeit, Anschaulichkeit der Ausführungen und nicht zuletzt eine gute Prise Humor.

 

Am Ende des Kurses erhalten Sie ein Teilnahmezertifikat. Ein spontaner Einstieg in das Seminar ist jederzeit möglich! Alle interessierten Zuhörer sind herzlich eingeladen!

 

Die Veranstaltung wir vom Referat für Technik und Wissenschaftsethik (rtwe) gefördert.

Öffentliche Nachmittagsreihe:

Einführung in die Philosophie - Zur Philosophie der Renaissance und des Humanismus

 

Während man mit „Reformation“ vor allem eine kirchliche Erneuerungsbewegung im 16. Jh. meint, stehen die Titel „Humanismus und Renaissance“ für diese Epoche in mehr allgemeiner Hinsicht. Hier handelt es sich insbesondere um die Abwendung und Emanzipation der Philosophie von der Vormundschaft mittelalterlicher Theologie bzw. Religion. Diese Übergangsbewegung setzt sich durchaus noch mit deren Vorgaben kritisch auseinander, arbeitet dabei jedoch für die nachfolgende „Neuzeit“, „Aufklärung“ und „Moderne“ wirkmächtige Konzepte heraus. Diesen wollen wir exemplarisch nachgehen.

 

1) 31.5. Erasmus von Rotterdam (1446-1536) „Lob der Torheit“ und die „Adagia“

Erasmus gilt als einer der bedeutendsten Humanisten. Seine Kolloquien (1518) und sein „Benimmbuch“ De civilitate (1530) wurden in den Schulen gelesen. Er wandte sich gegen kirchliche Missstände, die Veräußerlichung der Religion und den Dogmen zwang. Er beklagte: „Wenn man sich die Durchschnitts-Christen ansieht, besteht nicht all ihr Tun und Lassen in Zeremonien?“

 Sein Werk „Lob der Torheit“ schrieb er 1509 während eines Aufenthalts bei seinem Freund Thomas Morus in England. Es wurde eines der meistgelesenen Bücher der Weltliteratur. In ironischer Überzeichnung lässt Erasmus „seine“ Weltherrscherin Stultitia („Torheit“), die sich mit ihren Töchtern Eigenliebe, Schmeichelei, Vergesslichkeit, Faulheit und Lust (den sog. Todsünden) die Welt Untertan gemacht hat, sich loben, und zielt dabei mit rhetorischer Eleganz auf die Dummheiten und Laster der Menschen. Seine „Adagia“ sind eine Sammlung von antiken Weisheiten und Sprichwörtern, die er schrittweise von etwa 800 auf über 4250 Zitate ausbaute. Es wurde sein erfolgreichstes Werk und bis in die Zeit der Aufklärung gelesen (auch Goethe hatte es stets zur Hand).

 

2) 14.6. Die Würde des Menschen bei Manetti (1396-1459) und Mirandola (1463-1494)

Derjenige, der den Begriff der Würde des Menschen (lat. dignitas hominis) als erster formuliert, ist der Renaissance-Philosoph Giovanni Pico della Mirandola. Die Würde besteht nach ihm darin, dass es die Natur des Menschen ist, keine festgelegte Natur zu haben. Mit anderen Worten, dass er er die Freiheit hat, sein Wesen selbst zu schaffen. Manetti dagegen präsentiert den Menschen als fast vollkommenes Wesen. Schon der menschliche Körper, den er bis in die Einzelteile hinein beschreibt, wird ob seiner perfekten Anordnung in höchsten Tönen gelobt. Dazu kommt der menschlichen Seele auch noch „Intelligenz“ zu, die ihn zu gewaltigen Kulturschöpfungen befähigt. So herrscht der Mensch nahezu wie ein Gott auf Erden über die ihm dienstbare Welt.

 

3) 28.6. Tommaso Campanella (1568-1639) die Utopie des „Sonnenstaates“

Geriet durch die Inquisition 27 Jahre in Haft mit schwerer Folter, Krankheit usw.

In seinem „Sonnenstaat“ führt er alle sozialen Übel auf das Privateigentum zurück. Dieses will er mit seiner kollektivistischen Gesellschaftsordnung, die sämtliche Lebensbereiche umfasst, beseitigen. Genau ermittelte Bedarfspläne bestimmen demnach die Produktion. Die Institution der Familie, die das Privateigentum stützt, soll aufgelöst werden. An ihrer Stelle soll ein Frauen- und Kinderkommunismus verwirklicht werden. Politisch träumt Campanella von einer päpstlichen Universalmonarchie; Verkörpert wird sie durch den Metaphysikus (auch Sonne, lat. „Sol“ genannt). Ihm stehen drei Hauptwürdenträger zur Seite Pon („Macht“), Sin („Weisheit“) und Mor („Liebe“) – das sogenannte Triumvirn. Alle Belange des öffentlichen Lebens sind unter diesen dreien aufgeteilt. - Noch Ernst Bloch setzte sich in seinen Leipziger Vorlesungen mit Campanellas Utopie auseinander.

 

Seminarleitung: M.A. Anton Schmitt, Philosoph

Anton Schmitt steht seit fast 40 Jahren in Diensten der Philosophie.

Nach einem Studium bei den Jesuiten in München wechselte er zur Uni Bonn, wo er sich vor allem mit Kant und Hegel beschäftigte. Seit 1991 ist er u. a. an der Fernuniversität in Hagen, aber auch Dozent im Bereich von Erwachsenenbildungseinrichtungen tätig. Er legt besonders Wert auf Verständlichkeit, Anschaulichkeit der Ausführungen und nicht zuletzt eine gute Prise Humor.

 

Am Ende des Kurses erhalten Sie ein Teilnahmezertifikat. Ein spontaner Einstieg in das Seminar ist jederzeit möglich! Alle interessierten Zuhörer sind herzlich eingeladen!

 

Die Veranstaltung wir vom Referat für Technik und Wissenschaftsethik (rtwe) gefördert.

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Programmvorschau WS 2017/18 - Standort Nürtingen
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