Sonntags bei Anton

 

Monatlich jeden 1ten Sonntag/Monat von 11:00 - 13:00 Uhr

 kostenlos! inkl. Kaffee/Getränke, Gebäck und Protokoll:

 

"Sonntags bei Anton - Forum für freie Meinungsäußerung"

im alten "Rathaus" Römerstraße - Sitzungssaal gegenüber Dom bzw. St. Andreas-Kirche

 

 

Sinn der Veranstaltung „Sonntags bei Anton“ ist:

  • Von Seiten der Stadt Lampertheim (bzw. des Kulturamtes derselben) eine öffentliche Plattform zur Verfügung zu stellen, um eine allgemeine – und das heißt: nicht-„private“ (mit Bekannten und Verwandten, sondern mit „Fremden“) Gesprächskultur zu ermöglichen, in welcher Alle gemeinsam interessierende (also nicht lediglich: „funktionale“, d.h. durch dominante Individual-Interessen geleitete) Themen in einem herrschaftsfreien Diskurs gemeinsam besprochen werden können..
  • Die Funktion des Moderators („Anton“) ist wesentlich: dafür zu sorgen, dass dies möglich wird. Zugleich trägt er mit seinem fachlichen Hintergrund zu einer inhaltlichen Intensivierung der Beiträge bei.
  • Co-Moderatoren sind jederzeit herzlich willkommen. jeder kann mitmachen. Bitte vorher mit A. Schmitt absprechen

In der Hauptsache aber gilt:

 

  1. Du sollst Dich nicht vorenthalten bzw.:
  2.  Kommunikation beginnt da, wo auf einer persönlichen (d.h.: „face-to-face“-) Ebene jeder Beitrag bezweckt, eine Sinnanschlußmöglichkeit für den/die Anderen zu bieten. – Oder anders formuliert: Sinn und Zweck unseres gemeinsamen Gesprächs ist es, den Anderen/unsere Gesprächspartner – gerade in seinem Anderssein (also da, wo dieser möglicherweise gerade von unserer Auffassung abweicht, ihn darüber hinausgehend vernehmbar zu machen! Vernünftig ist, einander „als Ander“e zu vernehmen, sich Aus-Ein-Ander-zu setzen, um sich schlussendlich ins Einvernehmen zu setzen, einvernehmlich zu machen. Das ist „vernünftig“!
  3. Bemerke dazu: vernünftig ist nur, wer fähig ist, seine eigenen Überzeugungen der Kritik zu unterziehen bzw. unterziehen zu lassen – In anderen Worten. Frei ist, wer sich die Meinung gesagt sein lässt, die er nicht vernehmen möchte!
  4. Etwas konkreter: (In der Terminologie von Hartmut ROSAs „Resonanz“-Konzept): Wir suchen in unseren gemeinsamen Gesprächen eine gegenseitige „Resonanz“, d.h. mit unserer Meinung von Anderen gerade in ihrer möglichen Abweichung ernst genommen zu werden. Dass man uns vernimmt und verständig auf uns eingeht, versucht uns so zu verstehen, wie wir uns selbst verstehen, usw. – Dies als Voraussetzung dafür, um auch unsere eigene Einwirkungsmöglichkeit auf andere zu erleben. Nämlich, dass diese sich anlässlich unserer Äußerung kritisch mit ihren eigenen Ansichten auseinandersetzen, etwas von uns lernen wollen. (Gilt natürlich auch umgekehrt!) – Sie bemerken; dass diese beiden Kriterien: (soziale) Resonanz und eigene Einwirkungsmöglichkeit in unserem modernen gesellschaftlichen Leben immer mehr in den Hintergrund geraten sind. Man hört uns nicht mehr zu, man hört nicht mehr auf uns. Wie aber gehören wir dann noch dazu? – Das öffentliche Gesprächsforum „Sonntags bei Anton“ will für beide Punkte wieder einen Platz schaffen!
  5. Die Themen der einzelnen Sitzungen werden gemeinsam abgesprochen/beschlossen
  6. IZu Beginn jeder Sitzung wird ein Thesenpapier zur Verf+ügung gestellt, das einen Leitfaden zur gemeinsamen Diskussion bereitstellt.  Nachlauf zu jeder Sitzung wird ein (umfangreiches) Protokoll zur Verfügung gestellt

 

Nächster Termin

  •  2.9.2018: "Humor"

So, dem 2.9. Beginn (nach Sommerferien-Pause) der Veranstaltung. "Sonntags bei Anton" im Alten Rathaus - Teilnahme kostenlos:

 

Nun im dritten Jahr: "Sonntags bei Anton - öffentliches Forum für freie Meinungsäußerung"
monatlich - jeweils 1ter Sonntag von 11:00 - 13:00 Uhr
im "Alten Rathaus", Römerstraße neben St. Andreas-Kirche
verantwortlich: Anton Schmitt, Philosoph
EINTRITT FREI - INKL. KOSTENLOSEM "KAFFEE UND KUCHEN" !
 
Thema: "H U M O R"
zusammen mit dem Co-Moderator Christian Hoffmann von der Lampertheimer Zeitung

 

 "Humor ist, wenn man trotzdem lacht" ein alter und weitreichender Satz. Kann man also - oder besser: sollte man über alles lachen (können)? - Ist im Grunde Alles lächerlich? Aber inwiefern? Was eigentlich ist das Lächerliche? Oder: Worauf gründet sich "Humor"? Nicht doch eher auf eine Haltung des Subjekts, eine Art Lebenseinstellung, denn auf etwas Lächerliches an einer Sache?. Sagten nicht schon die Alten: Wenn Du weise bist, dann lache. - Oder eben: Lächle....Die Mona LIsa lächelt - Heinz Erhardt's "Witz" steckt an - und wir stellen uns einen weisen Menschen doch nie mit einem griesgrämigen Gesichtsausdruck vor, oder? Das läßt an andere Nuancen des Lächelns denken: Das suffisante von oben herab, das schadenfrohe, usw. - bis hin zum ausdrücklichen Auslachen. Was aber könnte das mit Humor zu tun haben. und was das schallende Sich-Biegen vor Lachen? - Wir wollen uns dem ganzen Spektrum des Humoresken annähern - nicht ohne dies immer wieder mit guten Witzen aufzulockern.. und: Jeder kann mitmachen!

 

 

Zur ersten Anregung der Thematik:

 

 

 

Das Lächeln – AUSZUG! Von H. Plessner, 1950

 

Textfeld: An Vieldeutigkeit alle anderen mimischen Bewegungen des Menschen übertreffend scheint das Lächeln seine Aus­nahmestellung darin zu haben, daß eine Verbindung zwi­schen Ausdrucksform und Anlaß, die für die Gebärden starker Affekte und für Lachen und Weinen gilt, bei ihm nicht nachweisbar ist. Angenommen, diese Feststellung bewahrheitete sich, ließe sich der Mangel geradezu als ein Vorzug auffassen, da dem Menschen im Lächeln ein Aus­druck zu Gebote stünde, der zu den verschiedensten und selbst gegensätzlichen Regungen seines Innern paßt. Auf den ersten Blick ist es so. Die Situationen, die Stimmungen, in denen Lächeln auftritt, haben nichts miteinander gemein. Das erste Lächeln des Säuglings und das letzte Lächeln nach dem Todeskampf scheinen die Ausdrucksbewegung sogar dem sinngebenden Bewußtsein zu entziehen und an die Grenzen bewußten Lebens zu verweisen. Zugleich spiegelt es in unzählbaren Brechungen und Nuancen die Zustände und Haltungen menschlichen Daseins. Die Klugheit lächelt und die Dummheit, der Stolz und die Bescheidenheit, die Überlegenheit und die Verlegenheit. Wir kennen das freund­liche, das abweisende und das zurückhaltende, das spot­tende und das mitleidige, das verzeihende und das verach­tende Lächeln. Es kann Überraschung, Einsicht und Wie­dererkennen, Unverständnis und Einverständnis, sinnliches Behagen, Zufriedenheit, aber auch Leid und Bitterkeit aus­drücken. Sieg und Niederlage empfangen gleichermaßen sein Siegel. Das umeinander Wissen der Auguren und die verhaltene Tiefe des Buddha, die stereotype Maske archai­scher Figuren, die Rätselhaftigkeit der Gioconda, die süße Erlöstheit der Inconnue de la Seine, die Skepsis des alten Voltaire und der Weltblick des alten Rembrandt haben aus diesem seltsamen Lichte ihr unverwechselbares Leuchten.

 

Was ist sein Wesen? Um beim Eindruck zu bleiben, zweifel­los eine Erheiterung und Auflichtung des Gesichts, eine Auflockerung, die freundlichen Anblick und Gelöstheit mit sich bringt. Die Erfahrung der Porträtisten und Photogra­phen hat daraus ihren Nutzen gezogen. Allzuleicht scheint nämlich das ausdruckslose Gesicht, wird es im Bilde festge­halten, den Eindruck der Gespanntheit zu machen, die erst im freundlichen Lächeln zur Entspanntheit sich befreit. Die leichte Vertiefung der Falten um Augen und Mund bringt mit der Verstärkung des Reliefs, der Lichter und Schatten, eine Verdeutlichung und Verlebendigung der Züge ins Bild, eine größere Wärme und Nähe, welcher das nie ganz ruhende Mienenspiel im täglichen Leben nur in seltenen Fällen entbehrt. Zu dieser Erfahrung paßt eine mehrfach geäußerte, wiewohl bisher noch unbewiesene und wohl auch sehr schwer korrekt beweisbare Vermutung der Physiolo­gen: daß nämlich das Lächeln, abgesehen von den in ihm sich auslebenden Ausdruckstendenzen, die »leichteste« mimische Bewegungsform darstellt, in die das Gesicht »von selbst« übergeht, wenn die gewöhnlichen Hemmungen weg­fallen. Es ließe sich denken, daß die durchschnittliche Gespanntheit der mimischen Muskulatur im Widerschein der Affekte und der Fixierung an die wechselnden Verrich­tungen des täglichen Lebens nur einer Enthemmung bedarf, um in Lächeln und nicht, wie man erwarten sollte, in Ausdruckslosigkeit überzugehen. Das Lächeln beim Säug­ling und nach beendetem Todeskampf könnte diese Theorie bestätigen.

 

Wie immer es sich damit verhalten mag, so ist es gewiß im Wesen des Eindrucks, den das Lächeln auf den Lächelnden und seine Umwelt macht, und seiner leichten Hervorrufbarkeit begründet, daß die Zivilisierung des Umgangs sich gerade dieser vieldeutigen Gebärde bedient. Sie liegt in der gemäßigten Zone zwischenmenschlicher Temperatur. Verbindlich-unverbindlich hält sie höflichen Abstand zur eige­nen Regung und zum Anderen, durch den sie geweckt ist und an den sie sich wendet. Die Auflichtung teilt sich dem Anderen mit und wird ihm mitgeteilt, ohne ihn direkt auf eine Reaktion festzulegen. Ob stilisierte Geste oder unwill­kürlicher Ausdruck, meidet das Lächeln die Extreme der affektgeladenen Grimasse und der explosiven Katastrophen­reaktion des Lachens und Weinens. In den Zügen des Schreckens, der Angst, der Wut, der Gier, des Hasses und der Freude malen sich die Erregungen unverkennbar. In den Explosionen des Lachens und Weinens malt sich zwar nicht die Erregung, aber manifestiert sich der Verlust der Selbst­beherrschung als Bruch zwischen der Person und ihrem Körper. So oder so tritt der Erregte seiner Umwelt gegen­über, zwingt sie zum Eingehen auf ihn, zur Abwehr, zu Mitleid und Mitfreude, zum Mitlachen und Mitweinen. Die malende Gebärde des Affekts, die explosiven Reaktionen des Lachens und Weinens schaffen für das Miteinandersein eine unausweichliche Lage, wie sie für gewöhnlich solcher Lage entstammen und auf sie antworten. Ein Witz, eine Beleidigung, Streit und Zank, Konflikte, Zwischenfälle, Unfälle, außergewöhnliche Begegnungen rufen derartige Lagen hervor.

 

Sicher ist das Lächeln von beiden Ausdrucksformen unter­schieden. Ihm fehlt die Explosivität. Es ist lautlos und gedämpft, ein Ausdruck im Diminutiv. Ihm fehlt auch die grobe Affektladung. In seiner Gebärde kann eine starke Erregung nicht ausgedrückt werden. Aber man muß sich hüten, daraus den Schluß zu ziehen, daß Lächeln die Aus­drucksform nur schwacher Erregungen sein könnte. Mit dem Klagesschen Begriff der Antriebsform der Gefühle läßt sich die Schwierigkeit beheben. Das Gefühl der Seligkeit, der seligen Entrücktheit z. B., kann uns völlig ausfüllen, doch bleibt seine Antriebsform schwach, genauer gesagt, es besitzt keine oder nur wenig ausgeprägt motorische Impuls­werte. Eine jähe Freude dagegen will uns »zerspringen« lassen…. […]

 

hier auch gleich ein Literaturhinweis zu "philosophischen Witzen": Platon und Schnabeltier gehen in eine Bar... Philosophie verstehen durch Witze" - € 9,20 Taschenbuch, Broschur ISBN: 978-3-442-15599-6

Eine Einführung in die Philosophie – der witzigste Weg zu philosophischer Weitsicht Üblicherweise sind Witze eine Sache, Philosophie eine ganz andere. Hier aber bringen Witze auf den Punkt, worüber sich die großen Denker den Kopf zerbrochen haben, groteske Pointen lassen philosophische Erkenntnisse zum Vorschein kommen. Dieser philosophische Crash-Kurs aktiviert die Lachmuskeln und vermittelt nebenbei tiefe Einblicke in alle wichtigen Denkdisziplinen wie Logik, Metaphysik, Ethik, Sprach- und Staatsphilosophie.

 

 

weitere Termine:

  • 1.10. - Themen noch nicht festgelegt - Vorschläge erwünscht!
  • 5.11. -   "
  • 3.12.
  • weiter in 2019
  • ab Februar - 3.2.2019
  • dann monatlich jewls 1ter Sonntag/Monat bis Mai inkl.
  • dann "Sommerpause"

 

hier einige Presseberichte:

 

Download
Flyer "Sonntags bei Anton"
1) Flyer Sonntags bei Anton.pdf
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4) Pressebericht vom 09.04.17
Pressebericht 9.4.17.pdf
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Pressebericht zum Thema "Religion"
2) Pressebericht zum Thema Religion.pdf
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Lob der Veranstaltung in der Zeitung
3) Zeitungsausschnit über Sonntags bei A
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